THE CALL

- eine Komposition, die speziell für die Besetzung FUSION entstanden ist, die im Sommer 1981 auf Tournee durch die damalige Sowjetunion gegangen ist.

Zwei Jahre zuvor hatten Vertreter der damaligen Kulturadministration der Sowjetunion FUSION in einem Konzert gesehen, jedoch in einer völlig anderen Besetzung und mit einem Repertoire, das man eher als Mischung aus Pop und Rockjazz bezeichnen müsste. Daraufhin wurde FUSION eigeladen, in der Sowjetunion zu touren. Aber die sozialistische Bürokratie, die 2 Jahre brauchte, das Ganze in die Tat umzusetzen, konnte mit der Entwicklung der musikalischen Ideen im Umkreis von FUSION nicht mithalten. Die Folge: Auf der Sowjetunion-Tour erklang eine Musik, die das Publikum und die sowjetischen Kulturfunktionäre, die etwas völlig Anderes erwartet hatten, in Aufruhr versetzte - eine Mischung aus Free Jazz, World Music und traditionellm Jazz, letzteres interpretiert von der Sängerin Regine Dobberschütz in Begleitung der Band.

Das Publikum war gespalten - die Reaktionen reichten von Entsetzen bis totaler Euphorie. Es spiegelte die kulturelle Situation in der Sowjetunion der frühen 80er Jahre wieder, einem multikulturellen Land im Aufbruch, mit faszinierenden Traditionen und einer lebendigen Underground-Kultur.

THE CALL ist eine der Komposition, die auf der Tour zuweilen das Gerüst für einen kompletten Set bildete. Die etwas komprimierte Version, die hier zu hören ist, wurde allerdings erst im Jahr 1982 im Rundfunk der DDR in folgender Besetzung aufgenommen:

  • Volker Schlott – as, ss, fl
  • Helmut Forsthoff – ts, fl
  • Hermann Anders – tb
  • Gerhard Eitner – g
  • Wolfgang Fiedler – p
  • Wolfgang Musick – b
  • Klaus Döhring – dr